Collaboration

06.12.2022

Worst fear, best fantasy

Anna Witt

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Anna Witt gibt in diesem Vortrag, gehalten am 7. Dez 2022 an der HfK Bremen, Einblicke in ihre Arbeitsmethoden. Insbesondere adressiert sie die komplexen Herausforderungen einer kollaborativen Praxis und wie sich eine Wiederholung steorotyper Annahmen und Machtbeziehungen in der künstlerischen Produktion vermeiden lässt.

Am folgenden Tag gab Anna Witt in der GAK einen Workshop.

Mein Werk beschäftigt sich mit der Positionierung von Subjekten in gesellschaftlichen Systemen. Ein wesentliches Element meiner Arbeitsweise sind kollaborative Prozesse. Ziel ist es, Situationen zu erzeugen, die gesellschaftliche Beziehungen und Machtverhältnisse ebenso reflektieren, wie Konventionen des Sprechens und Handelns.
Bestimmte Gruppen oder Personen, aber auch Passantinnen und Passanten, werden von mir eingeladen, in experimentelle Prozesse einzusteigen, um alternative Denkräume und subjektive Positionierungen zu erzeugen. Dabei spielt der Körper als Ausdrucksform eine zentrale Rolle.
Durch körperliche Handlungen werden komplexe gesellschaftliche und politische Beziehungen zu einer subjektiven Erfahrung, und stellt somit Bezug zu jedem und jeder Einzelnen her.
Das filmische Erarbeiten der Performances ist ein weiteres zentrales Element meiner Arbeitsweise.
Oftmals finden die Prozesse ihren Ausdruck in performativen Interventionen im öffentlichen Raum oder in bestimmten Settings und werden filmisch zu Videoinstallationen übersetzt.
In diesem Vortrag möchte ich Einblicke in meine Produktionsweise geben, und speziell auf die komplexen Herausforderungen einer kollaborativen Praxis eingehen und die Frage nach dem Spannungsfeld zwischen Autorenschaft, Partizipation und Betrachter*innen, in und abseits institutioneller Räume thematisieren.

Anna Witt lebt und arbeitet in Wien und Berlin. Ihre künstlerische Praxis ist performativ, partizipativ und politisch. Witt schafft Situationen, die zwischenmenschliche Beziehungen und Machtverhältnisse ebenso reflektieren wie Konventionen des Sprechens und Handelns. Passantinnen und Passanten im öffentlichen Raum oder gezielt ausgewählte Personen und Gruppen werden meist direkt körperlich in ihre Versuchsanordnungen involviert. Immer wieder geht sie dabei Fragen der Subjektbildung nach: wie wir werden, wer wir sind, was wir tun, woran wir glauben, wofür wir kämpfen und wie dieses soziale Selbst mit gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen zusammenhängt.
Sie hatte u.a. Einzelausstellungen im Belvedere 21; Galerie Tanja Wagner, Berlin; Kunst Halle Sankt Gallen; Lothringer13 - Städtische Kunsthalle München und Grazer Kunstverein. In den letzten Jahren nahm sie an zahlreichen internationalen Ausstellungen teil, u.a. Empowerment, Kunstmuseum Wolfsburg, Aichi Triennale 19, Nagoya; 1st Vienna Biennale Lux/ICA Biennial of Moving Images, London; 6. Berlin Biennale für Zeitgenössische Kunst und Manifesta 7, Italien. Sie erhielt den Outstanding Award für Medienkunst, Otto Mauer Preis 2018, Kunstpreis Europas Zukunft, Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, 2015 und den BC21 Art Award von Boston Consulting und Belvedere Wien, 2013.

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